Donnerstag, 24. März 2011

CRASH-Hilfe wird konkret

Nachdem letzte Woche in der Nähe von Sendai eine Basisstation von CRASH - dem christlichen Hilfswerk, mit dem die evangelische Allianz hier in Japan zusammenarbeitet - aufgebaut wurde, ist es meinen Kollegen Martin Ghent und John Elliot gelungen auch weiter nördlich in der Präfektur Iwate ein Haus zu mieten, von dem aus Hilfseinsätze getan werden können. Das erste Team mit acht OMFern von Hokkaido ist angekommen und hat Möglichkeiten gefunden, in Zusammenarbeit mit einer Gemeinde in einer "Suppenküche" mitzuhelfen. OMF hat sich verpflichtet für mindestens sechs Monate, regelmäßig Teams dort hinzuschicken. Als Mission ist uns die Region zwischen Aomori und Sendai schon lange ein Anliegen, aber Versuche eine Arbeit dort aufzubauen haben sich aus verschiedenen Gründen immer wieder verzögert. Nun hat uns Gott geradezu hineingestoßen.
John Elliot berichtet von der Stadt Ohzushi, die vor der Tsunami 16.000 Einwohner hatte. Nach dem Beben hat die Stadtverwaltung eine Notversammlung einberufen. Doch dann kam die Welle. Alle Leiter der Stadt sind tot, 10.000 Menschen werden vermisst, alle Akten zerstört. Die Stadt lag die ersten Tage völlig lahm und konnte nicht einmal richtig Hilfe anfordern.
Ein ausführlicher Bericht über die Lage vor Ort hat unser Feldleiter Wolfgang Langhans hier übersetzt oder kann man direkt im Englischen hier nachlesen.


Neben den verheerenden Verwüstungen im nordöstlichen Japan, sind auch weite Teile des Landes mit "normalen" Schäden betroffen. Das Beben und die vielen Nachbeben haben viele Fundamente untergraben und Straßen, Wege und Häuser verschoben. Häuser haben sich gesenkt, Gas-, Wasser- und Abwasserleitungen wurden dabei teilweise zerstört. Im Großraum Tokyo nahe des Disneylandes sind 4.000 Haushalte ohne Wasser und Gas, 13.000 können ihre Toiletten nicht mehr benutzten. Die Bevölkerung kann nun für wenig Geld in den Disneyhotels die öffentlichen Bäder (Onzen) benutzen.


Seit die ersten radioaktiven Strahlungen in Wasser, Milch und Gemüse gefunden wurde, hört man sehr wenig vom Atomkraftwerk. Selbst bei Verzehr sind die Werte für Erwachsene noch nicht gesundheitsschädlich, aber für Babys, stillende Mütter und Schwangere gilt es vorsichtig zu sein. Die Bauern in den Präfekturen Fukushima, Ibaraki und Gunma müssen Tonnen von Lebensmittel und Milch wegwerfen und selbst die Produkte, die strahlenfrei sind werden ihnen von den Händlern nicht mehr abgekauft.
Heute Morgen musste ich aus dem Nachrichtenemail der deutschen Welle erfahren, dass der Kampf, die Kernschmelze zu verhindern, ein großer Rückschlag hatte. (In den japanischen Nachrichten, war dies keine Meldung wert...) Wegen der hohen Radioaktivität musste das AKW vorerst evakuiert werden. Die effektivste Maschine, um Wasser in den Meiler zu pumpen ist im Moment eine 50 m hohe Betonpumpe made in Germany. 
Bitte betet weiterhin mit uns, dass sich die Situation nicht noch mehr verschärft. Es grenzt so schon fast an das Unmögliche, die bisherigen Schäden wieder aufzubauen. 
Bitte betet auch für Herr Sato, den Vizeminister für Verkehr und Infrastruktur. Er ist Christ und ein langjähriger Freund von amerikanischen Missionaren. Auf ihrer Webseite schreiben sie, dass er nicht nur von der Regierung die Verantwortung für die Lösung der Situation im Kernkraftwerk übertragen bekommen hat, sondern auch die Aufbauarbeiten der Infrastruktur in den betroffenen Gebieten leiten muss. Diese doppelte Last liegt sehr schwer auf ihm. Er und seine Frau, die in Übersetzungsprojekten von christlicher Literatur mitarbeitet, brauchen unsere Gebetsunterstützung. Gott hat diesen Mann nicht zufällig in dieses Amt gebracht, sondern will ihn gerade in solchen Krisenzeiten als Zeugnis in Japan benutzen (mehr Details hier).

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