Sonntag, 20. März 2011

Ein Pastor auf der Suche nach seinen Gemeindegliedern

Jesus: "Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte opfert sein Leben für die Schafe. Ein Schäfer, der nur für Lohn arbeitet, läuft davon, wenn er einen Wolf kommen sieht. Er wird die Schafe im Stich lassen, weil sie ihm nicht gehören... Ich bin der gute Hirte; ich kenne meine Schafe und sie kennen mich... Ich gebe mein Leben für die Schafe." Joh 10,11-15
Pastor Sato ist der Leiter einer größeren Gemeinde in Fukushima. Die Gemeinde besteht aus der Muttergemeinde nahe dem Atomkraftwerk und drei weiteren Tochtergemeinden in der größeren Region. Einige seiner Gemeindeglieder arbeiten bei den Rettungsarbeiten im Reaktor mit. Nach dem Erdbeben und der Tsunami hat er sich auf den Weg gemacht, um nach seinen Gemeindegliedern zu schauen. Auf der Gemeindewebseite berichtet er:
Vielen Dank für eure Gebete. - Um Mitternacht des 15. März brachen meine Frau und ich gegen Norden auf, mit einer Wagenladung von Hilfsgütern. Nachdem die Polizei unsere Geschichte gehört hatte, bekamen wir eine besondere Erlaubnis, um Benzin zu kaufen. Immer, wenn wir ein Geschäft sahen, kauften wir, was wir kaufen konnten.
Auf dem Weg hatte sich die Straße zum Teil gesenkt; viele Häuser waren zerstört. Das Radio warnte uns, nicht in die Nähe der Atomkraftwerken zu gehen, weil es dort wieder Explosionen gegeben hatte. Wir entschieden uns jedoch, trotztem zu gehen. Zehn lange Stunden später erreichten wir endlich eine unserer Gemeinden (Aigu, am Berghang von Fukushima), wo wir eine Notunterkunft errichteten. Halleluja!
Über 60 Personen (ein Drittel unserer Mitglieder), die sich vor dem Tsunami retten konnten, kamen hinzu, nachdem sie auf Strahlung untersucht worden waren. Nachdem wir alle zusammen waren, hielten wir einen Gottesdienst. Ich hörte viele Menschen Schluchzen ... sie waren durch schwierige Zeiten gegangen! Viele sagten zueinander: "Wir sind am Leben."

Ausblick auf unsichere Zeiten

Unser Zigeunerleben hat erst begonnen. Wie viele von uns hatten nur, was sie am Leib trugen. Es hatte bisher keine Waschgelegenheit gegeben. Einige kamen ohne Essen oder Trinken. So begannen wir 60 unser gemeinsames Leben, alt und jung. Das erste, was wir nun dringend benötigen, sind nun Wasser und Benzin. Ich fühle mich wie Moses mit dem Volk Israel in der Wüste.
Vorläufig entschieden wir, weiter in den Norden gehen (Yonezawa, Präfektur Yamagata). Wir waren so dankbar, als wir als Flüchtlinge willkommen und aufgenommen wurden.
"Herr, beschütze deine Herde und den Rest, der überall verstreut war."
(Bericht zur Verfügung gestellt von Pastor Akira Sato von der Fukushima First Baptist Church; übersetzt von Joachim König)
Mittlerweile ist er sicher zurückgekehrt.

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