Freitag, 18. März 2011

Fukushima 50 - die wahren Helden

Habt Ihr schon von den Fukushima 50 gehört. Das sind die 50 Arbeiter, die pro Schicht freiwillig ins Kernkraftwerk gehen, um das schlimmste zu verhindern. Sie sind im Moment die wahren Helden der Katastrophe.
Unter ihnen sind auch Christen und Männer, die christliche Ehefrauen haben. Ein Auszug aus den Gebetsanliegen von zwei Gemeinden:

Süd Izumo Gemeinde: Bitte betet für die christlichen Arbeiter, die die Kühlungsrohre des Atomkraftwerks reparieren: Herr Kisaka und Herr Sato.

Fukushima Baptisten Gemeinde:
Betet für Schwester Shibuyas Mann, der im AKW Nr. 1 ist.
Betet für Schwester Nakamuras Mann, der im AKW Nr. 1 ist.
Betet für Schwester Kitas Mann, der gestern zum AKW Nr. 2 aufgebrochen ist.
Yatsuo ist gerade auf dem Weg zum AKW Nr. 1 und Bruder Nishimura macht sich am Montag auf den Weg zum AKW 2.

Ein Stromkabel scheint erfolgreich verlegt worden zu sein und darauf stützen sich die Hoffnungen, dass mit dieser Energiequelle die Kühlung der Brennstäbe wieder in den Griff kommen kann.
Bitte betet mit uns, dass es gelingt und für die oben genannten Männer und Familien.

Nach wie vor wird die Gefahr von Experten sehr unterschiedlich eingeschätzt. Bei einer möglichen Explosion der Reaktoren gehen manche  in Deutschland von einer Verwüstung von 500 km im Umkreis aus. Die Briten haben auch die worst case scenarios durchgespielt mit dem Ergebnis, dass außerhalb einem Radius von 80 km, man mit Vorsichtsmaßnahmen wie im Haus bleiben, die Gesundheitsrisiken in Grenzen halten kann. Die normalerweise übervorsichtigen Japaner (Aviel muss in der Schule immer wieder wegen Ansteckungsgefahr der Grippe Maske tragen. Vor kurzem war drei Tage schulfrei, weil 5 Erstklässler Grippe hatten!), sehen immer noch keine Notwendigkeit über die 30 km hinaus zu evakuieren. Sind die Japaner naiv? Die Briten zu optimistisch? Die Deutschen zu pesimistisch und im Wahlkampf? Man weiß nicht, was man denken soll. Aber wir wissen uns in Gottes Hand!

Die Hilfsorganisation Crash, mit der wir zusammenarbeiten, hat die ersten Hilfslieferungen schicken können. Meine Kollegen Martin und John haben als Vorhut ihre erste Erkundungsfahrt in die von der Krise erschütterte Nachbarpräfektur Iwate beendet. Leider konnten sie bisher noch keine Basis ausfindig machen, von der her freiwillige Helfer sinnvoll eingesetzt werden können. Ein Gebetsanliegen bleibt es, japanische Kontaktpersonen zu finden, die Vertrauen schaffen können unter den betroffenen Menschen. Japaner tun sich selbst unter diesen krassen Umständen sehr schwer, von Fremden Hilfe anzunehmen. Betet, dass diese kulturellen Hindernisse überwunden werden können, damit Hilfe ankommen kann.


Persönlich erlebte ich heute sechs Ermutigungen.
1. Meine Internetverbindung geht wieder und ich muss nicht mehr über Iphone Emails schreiben.
2. Gemeindeglied Herr Okamoto kümmert sich ab heute, um den Hund unserer Kollegin, die nach Deutschland zurückgekehrt ist. 
3. Mein Reisepass, den Heike versehentlich mitgenommen hat, kam pünktlich vor dem Wochenende per Post an und ich konnte in Aomori Stadt den letzten Schritt meiner Visumverlängerung durchführen. 
4. Obwohl Heikes Visum während ihrer Zeit in Deutschland abläuft, kann sie wohl ohne Probleme wieder einreisen.
5. Obwohl ich beim ersten Versuch zu tanken, 30 Minuten gewartet habe und kein Benzin bekommen habe, hat es am Abend bei einer kleinen Tankstelle geklappt und mir wurden 13 wertvolle Liter eingefüllt...
6. Herr Abe kam zum Abendessen (Frikadellen, Sauerkraut und Kartoffelbrei) und ich konnte ihm nochmals ausführlich erklären, was es bedeutet Christ zu werden. Wegen dem Erdbeben wird er nun doch nicht versetzt, und so gibt es Hoffnung, dass es in diesem Jahr noch mehr Möglichkeiten gibt mit ihm über Jesus zu sprechen. Seiner Mutter in Sendai geht es trotz den Umständen gut.

Für Morgen habe ich unsere Kontakte zu einem Abend zum Thema "Hoffnung" eingeladen. Bitte betet, dass Leute trotz der Krise oder gerade wegen der Krise kommen und neue Hoffnung erleben. 

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