Montag, 21. März 2011

Hilfe für Iwate

In Hokkaido stehen freiwillige Helfer bereit, in der Nachbarprovinz Iwate mitzuhelfen, die Not zu lindern. Als erster Schritt muss allerdings eine Basis dort gefunden werden, von der aus die Helfer eingesetzt werden können. Gestern berichtete mir mein Kollege Martin, dass das Gebäude einer Baptistengemeinde, dass als zerstört geglaubt wurde (die Armee hatte das Gebiet abgeriegelt, so dass es niemand nachprüfen könnte), nun scheinbar doch noch intakt ist und als mögliche Basis benutzt werden kann. Von den wenigen Gemeindegliedern ist nur noch eine ältere Frau in einer Notunterkunft übrig geblieben, die anderen gelten als vermisst oder haben die Region verlassen. Heute sind Martin und John nochmals los gefahren, um diese Situation zu lösen. Sie haben eine spezielle Erlaubnis bekommen, die Autobahn zu benutzen. Dort ist die Wahrscheinlichkeit höher, tanken zu können.
Die Präfektur Iwate ist flächenmäßig die größte Präfektur Japans (etwa die Größe von Israel) und hat die wenigsten Gemeinden. Kein einziger Missionar arbeitet zur Zeit in dieser Präfektur, um Gemeinden zu gründen!
Im Bezirksgottesdienst gestern bekamen wir erneut einen Eindruck vom Ausmaß der Verwüstung. Da sich die Armee besonders auf die größeren Städte konzentriert, sind viele kleine Orte noch ohne Hilfe. 
Eine kleine Gemeinde (16 Mitglieder) in der 60.000 Einwohner-Stadt Miyako hat das Erdbeben unbeschadet überstanden. Die Tsunami stoppte auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Der Pastor dieser Gemeinde ist jeden Tag von morgens bis abends in den Notunterkünften. Er massiert die Leute, spricht mit ihnen und versucht ihnen neuen Mut zu machen.

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