Dienstag, 29. März 2011

relief work in Iwate - Schlamm

Seit heute ist es mir nun endlich möglich, in den von der Tsunami betroffenen Gebieten mitzuhelfen. Um 5.00 Uhr ging es los. Mit meinem Kollegen Martin sind wir zuerst zu amerikanischen Freunden nach Misawa gefahren. Diese Familie hat für die betroffenen Familien den halben Supermarkt leergekauft und gespendet. Unser Kleinbus war dann komplett voll. Von dort aus waren es nochmals 5 Stunden bis wir in Ofunato ankamen. Dort gibt es eine kleine Baptistengemeinde mit nur wenigen Mitgliedern. Nachdem die Tsunami im Gemeindehaus gewütet hatte, dachten die Christen, dass dies nun das Ende der Gemeinde ist. Das Wasser stand bis zu 2m im Gemeindehaus und hat viel Schlamm mit hineingespült. Das Gebäude war nach 12 Jahren gerade erst zurück bezahlt. In diese Situation hat Gott letzte Woche das erste OMF Team geleitet. Sie konnten in wenigen Tagen, die Gemeinde reinigen, die Rigipsplatten entfernen und heute konnten schon die neuen Fensterscheiben eingesetzt werden. Durch diesen Einsatz konnte nicht nur der Gemeinde Hoffnung gemacht werden, sondern über die Gemeinde, ist es nun auch möglich anderen zu helfen.
Eine Christin stellte mich Nachbarn als freiwilligen Helfer vor. Diese waren zuerst ablehnend, aber als sie hörten, dass wir Kontakte zur Gemeinde haben, war es kein Problem. So konnte ich einige Stunden mithelfen, eine Englischschule auszumisten, am wahrsten Sinn des Wortes. Die Gummistiefel sind fast im 5-10 cm Schlamm stecken geblieben. Vor den Häusern türmen sich Müllberge und wir haben auch fleißig dazu geworfen. Mülltrennung ist aufgehoben und sie fliegen Fernseher, Schreibtische, Türen, Bücher, Schlamm, usw. auf den gleichen Berg. Je näher man zum Meer geht, um so mehr sieht man die Kraft der Welle. Ein Auto liegt auf dem Balkon eines Hauses, ein Betonmischer ist in den Vorgarten eines Hauses geschwemmt, Häuser sind bis oben voll mit Treibhaus und anderem Müll. In den vergangenen zwei Wochen haben schon viele mit den Aufräumarbeiten begonnen, und so kann man sich nur ausmalen, wie es wirklich direkt nach der Flut aussah.
Das krasse ist wirklich, dass das Leben auf der einen Seite ganz normal weiter gehen, während auf der anderen Seite, Leute alles verloren haben. Schulkinder spielen zusammen auf der Strasse oder helfen praktisch mit und die einen gehen nach Hause und die anderen gehen in die Notunterkünfte, da die Eltern alles verloren haben. Während die einen Arbeiten gehen, kratzen andere den Schlamm aus ihren Häusern und werfen ihre Sachen auf den Müll.
Wenn in der gleichen Stadt die einen Abends baden, haben die anderen nicht mal Wechselkleider und manche versuchen tagsüber im Fluss die einzigen Kleider die ihnen noch geblieben sind, zu waschen, wie uns weitergegeben wurde.
Die Lebensmittel haben wir nicht direkt verteilt, sondern konnten sie zu einer Verteilstelle bringen, von der sie weitergeleitet werden. Insgesamt hat sich die Lage schon sehr verbessert und die Versorgung mit Benzin, etc. ist besser geworden. Für die Leute deren Häuser komplett zerstört wurden, bleibt es ein langer Weg zum normalen Leben zurück zu kehren. Die Häuser, die stehen geblieben sind, haben viele Schäden, aber es gibt auch Hoffnung, sie wieder aufzubauen.

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