Donnerstag, 31. März 2011

Toiletten - mein Tageswerk

CRASH konnte ein Haus in Iwate mieten, dass etwa eine Stunde von verschiedenen Orten ist, an denen Leute als freiwillige Helfer mitarbeiten. Letzte Nacht schliefen in den drei kleinen Zimmern 15 Leute und dementsprechend unruhig war die Nacht. Direkt auf dem Tatami ohne Futon schläft es sich auch etwas hart...
Aber es ist toll zu sehen, wie sich sowohl Japaner als auch Ausländer im Land einsetzen, um die Not zu lindern. Einige sind extra wegen der Katastrophe aus Amerika eingeflogen, um den Japanern beizustehen.
Katastrophenhilfe geschieht normalerweise in drei Schritten, den drei "Rs". Rescue (Rettung), relief (Hilfe, Linderung), rebuild (Wiederaufbau). Es ist erstaunlich, wie gut die Japaner auf diese Dinge vorbereitet sind. Es mag noch nicht überall klappen, aber besonders in den Regionen, in denen die Stadtverwaltung noch existiert, ist in den letzten drei Wochen schon unheimlich viel passiert. Das Militär hat die Rettungsarbeiten beendet und vielerorts wird schon Schutt weggebaggert. Viele haben die Notunterkünfte verlassen und es wurden temporäre Wohnungen gebaut, in die ab nächste Woche, die ersten Umsiedeln können. Die meisten Städte haben Programme für freiwillige Helfer, bei denen man sich morgens meldet und dann eingeteilt wird, Privatleuten zu helfen oder öffentliche Einrichtungen wieder zum Laufen zu bringen.
Heute Morgen ging es auch für uns wieder zur kleinen Baptistengemeinde. Einige Japaner aus Nagano (13 Stunden Autofahrt nach Süden) waren ebenfalls dort im Einsatz. Zusammen mit einigen fingen wir an, den Müll im Park zusammen zu suchen. Neben allem möglichen Plastik lag auch eine Holzhütte, eine Heizölabfüllanlage von einem Baumarkt, ein paar Metallhütten und ein Kerosintank herum. Ein Nachbar hat ein Loch in der Hauswand, da ein Auto während der Tsunami hineingerammt war. Den Müll schichtet man einfach entlang der Strasse auf. Dort wird er dann nach und nach abgeholt.
Für die Toilette musste man bisher mit dem Auto zur nächsten öffentlichen Toilette fahren. Die Toilette im Park schien jedoch noch recht gut in Takt, und so machte ich mich ans Werk sie wieder in Gang zu bringen. In einer Putzkammer fand ich Putzwerkzeuge und so konnte es losgehen. Zuerst musste der Schlamm raus (etwa 4 Schubkarren voll) und dann galt es mit dem Putzeimer alles abzuduschen und zu reinigen. Mit dem war ich dann die nächsten vier Stunden beschäftigt. Alles musste mühsam entschlammt werden (Spülkasten, Toilettenbecken, Pisoir, Wickeltisch, usw.) Am Ende war es dann geschafft und so hilft es nun nicht nur den Anwohnern sondern auch den Teams, die hier durchkommen.
In der Zwischenzeit hatte mein Kollege John die Toilette in der Gemeinde installiert (na ja doppelt hält besser). Allerdings fehlte es noch etwas an Privatsphäre, denn die Toilette hatte keine Wände mehr. So war ich die nächsten zwei Stunden beschäftigt, Rigipsplatten zuzuschneiden und anzubringen. Gott hat Gnade geschenkt, und so hat es heute einmal ohne große Probleme gepasst, obwohl ein paar schwierige Ecken an den Fenstern dabei waren.

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