Montag, 28. März 2011

Update

Die aktuelle Gebetsliste von der Hilfsorganisation CRASH gibt es nun auch auf Deutsch! http://www.crashjapan.com/crashjapan/viewtopic.php?f=7&t=322&p=752
Bitte druckt Sie aus und benutzt sie in den Gemeinden zur konkreten Fürbitte.

Es bleibt schwierig die wirkliche Gefahr von Fukushima einzuschätzen. Einerseits gibt es zu viele Spekulationen und zu wenige Fakten, was wirklich in den Reaktoren passiert, andererseits sind die sogenannten wissenschaftlichen Untersuchungen über die Gesundheitsrisiken von erhöhter Strahlung sehr widersprüchlich. Ein Lehrer von mir sagte einmal, "Ich glaube nur der Statistik, die ich selbst gefälscht habe." Wenn man z.B. herausfinden möchte, wie viele Menschen aufgrund der Tschernobyl Katastrophe gestorben sind, findet man wissenschaftliche Untersuchungen, die von 50 Menschen ausgehen und andere, die Belege haben, dass es Millionen waren. Das hat leider wenig mit Wissenschaft, sondern viel mit Politik zu tun... Für uns als Mitarbeiter in Japan stellt sich nun die Frage, die Kollegen in anderen asiatischen Ländern wie Kambodscha, Vietnam oder China sich täglich stellen müssen: "Wie viele gesundheitlichen Risiken kann ich für meinen Auftrag, mir und meiner Familie zumuten?" Ich denke nach wie vor, dass die gesundheitlichen Risiken durch Dengue Fieber, Malaria, AIDS, Bandwürmer, usw. für viele Missionare wesentlich höher sind als für uns, atomar verstrahlt zu werden. Trotzdem werden die nächsten Wochen schwierig, diese Fragen als Ehepaar durch zu sprechen und klären, und dann so zu kommunizieren, dass es auch die weitere Familie und die sendenden Gemeinden in Deutschland verstehen können.

Das Webtagebuch von dem japanischen Pastor der Fukushima Baptistengemeinde, von dem ich in einem früheren Post geschrieben habe, wurde von einigen Mitarbeitern unserer Mission ins Englische übersetzt: original in English   dt. Übersetzung mit google Übersetzer (sehr holprige Übersetzung, aber man versteht das Wesentliche).
Wenn Ihr etwas Zeit habt, ist es wirklich sehr eindrücklich zu lesen. 60 der 180 Gemeindeglieder sind jetzt gemeinsam in die Nachbarpräfektur Yamagata gegangen. Ob sie jemals wieder in ihrer Gemeinde Gottesdienst feiern können? Wie sieht wohl die Zukunft dieser Stadt aus?

Ich konnte letzte Woche im ersten Stock unserer kleinen Gemeinde eine Küche in den vorherigen Wäscheraum einbauen. Somit ist die "Predigerswohnung" wieder voll nutzbar (letzten November hatten wir die Küche der Wohnung im Erdgeschoss zur Gemeindeküche umfunktioniert). Wir haben uns gemeldet, Unterkünfte für Menschen zu stellen, die alles verloren haben. Bisher kam noch keine Anfrage, aber die Räume sind nun soweit bereit, so dass sechs bis acht Leute kommen könnten.

Von Morgen bis Freitag werde ich in Iwate sein und in den betroffenen Gebieten mithelfen. Voraussichtlich werden wir den Gottesdienstraum einer Kirche renovieren und sonst mithelfen, wo Not am Mann ist. Heute sind auch einige japanische Pastoren unserer Region aufgebrochen, die Situation vor Ort zu sehen. Möge es Gott schenken, dass sich die Christen hier in Aomori auch einklinken.

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