Donnerstag, 7. April 2011

Ein Nacht wie in einer Notunterkunft

Seit Dienstagabend bin ich wieder in der Präfektur Iwate. Diesmal für eine Woche bevor meine Familie nach Japan zurück kommt. Die erste Nacht war spannend, da wir in der Baptistengemeinde in Ofunato campiert haben. Es fehlen nach wie vor die Innenwände und bis heute gab es auch kein Strom. Dazu kam, dass ein Fenster noch kaputt ist, so dass die Nacht eine kalte Angelegenheit wurde. Bereits um 19.00 Uhr war es auf 5 C abgekühlt. Ein Mitmissionar schnarchte die Nacht hindurch, so dass es nicht sehr erholsam war. Diese Situation hat mich etwas besser mit den vielen Menschen in der Gegend, die in Notunterkünften untergekommen sind, mitfühlen lassen. Schon seit mehr als drei Wochen haben sie keine Privatsphäre mehr. Die Dinge, die am meisten gesucht werden, sind neue Unterwäsche und Hilfsmittel, um Wäsche zu waschen. In einem Ort wurden alle kleinen Massenquartiere zur besseren Versorgung in zwei Große zusammengelegt. 400 durften ins Hotel, 300 schlafen zusammen in einer Turnhalle.
In den Tagen vor Ostern, erinnert mich dies daran, dass Jesus auch mit diesen Menschen mitleiden kann, da er selbst aller Privatsphäre beraubt wurde und nackt am Kreuz gedemütigt wurde. Er weiss, was es heißt auf der Flucht zu sein und nur temporär unterzukommen ("...der Menschensohn hat nichts, da er sein Haupt niederlegen kann!"
Gestern durfte ich erleben, dass Gott selbst kleine Dinge zu seiner Ehre nutzen kann. Der Besitzer der Englischschule, bei denen ich letzte Wocehe 3 Stunden mitgeholfen habe, hat uns ein kleines Apartment zum Übernachten angeboten. So war diese Nacht wesentlich besser. Voraussichtlich können wir diesen Ort auch in den nächsten Monaten für freiwillige Helfer nutzen.
Ein Gebetsanliegen bleibt es, dass weitere Zentren für CRASH eröffnet werden können, von denen aus die vielen registrierten freiwilligen Helfer eingesetzt werden können. Auch als ÜMG (OMF Japan) sind wir am Fragen, wie wir in den nächsten Monaten vermehrt in dieser Region weiterarbeiten können. Da wir schon lange Pläne haben zwischen Sendai und Aomori eine weitere Arbeit zu beginnen, wäre es nun eine gute Gelegenheit. Allerdings bleibt die große Frage: "Wen können wir senden?"
(über Iphone gepostet von Ofunato/Iwate)

Keine Kommentare: